1 Millionen Menschen erhalten nicht genug Vitamin D

Vitamin D ist bekannt als das Sonnenschein-Vitamin. Ein kürzlich erschienener Bericht der Harvard Medical School weist darauf hin, dass weltweit ca. 1 Millionen Menschen nicht genug Vitamin D bekommen. Betroffen sind vor allem Bewohner nördlich einer Linie zwischen San Francisco und Philadelphia sowie Athen und Peking. Vitamin D wird unter Einfluss von UVB(!)-Strahlen, die im Sonnenlicht im Sommer (!) enthalten sind, in der Haut gebildet. Im Winter und bei hoher Luftbelastung mit Feinstaub wird UVB aus dem Licht gefiltert. Darüber hinaus kann Vitamin D mit der Nahrung aufgenommen werden.

Ein Mangel an Vitamin D wird in Verbindung gebracht mit Verbiegung der Knochen bei Kindern (Rachitis, “englische Krankheit”), Knochenbrüchen bei Erwachsenen, Störung der Muskelfunktion wie Muskelschmerzen, Muskelschwäche oder Koordinationsstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, frühem Auftreten von Tumoren (u. a. Brust-, Darm-, Eierstock-, Prostata-Tumor), Infektionskrankheiten (Grippe/Erkältungskrankheiten, Tuberkulose) und Autoimmunerkrankungen (Diabetes Typ I, Multiple Sklerose u. a.).

Natürlich ist es wichtig, die Haut vor Sonne zu schützen. Andererseits kann dies zu einem Mangel an Vitamin D führen. Der Ausweg ist die Aufnahme von Vitamin D mit der Nahrung durch fettreichen Fisch (Lachs, Makrele, Sardinen, Aal), durch mit Vitaminen angereicherte Nahrungsmittel (Milch, Margarine, Getreideflocken) oder in Form von Vitaminpräparaten. Die Einnahme des Vitaminpräparates wird empfohlen in einer Dosierung für den Erwachsenen von 1000 bis 2000 IE Vitamin D tgl. Darunter sollte gelegentlich der Calcium- und Vitamin D-Spiegel im Blut kontrolliert werden. Den Werten sollte die Vitamin D-Dosis angepasst werden. Eine Kontrolle der Werte wird im April empfohlen.

Dies gilt auch für unsere Kinder, die sich immer weniger im Freien aufhalten bzw. sorgfältiger durch Sonnenschutzmittel vor der Sonne geschützt werden. Empfehlenswert ist, die Vitamin D-Prophylaxe, die im ersten Lebensjahr verordnet wird, auch im Kindesalter und der Jugend fortzusetzen.

Anmerkung:

Über die einzunehmende Vitamin D-Dosis und den optimalen Blutspiegel von Vitamin D sind Wissenschaftler noch uneins. Für Erwachsene gilt eine obere tägliche Vitamin D-Dosis von 4.000 IE als sicher. Zum Vergleich: ein 10-15minütiges Ganzkörperbad in der Sonne im Sommer zur Mittagszeit eines hellen Hauttyps (II) führt zu einer Produktion von mindestens 10.000 IE Vitamin D. Eine tgl. Vitamin D-Dosis von 1.000 IE (2.-10. Lebensjahr) bis 3.000 IE (Jugendliche) gilt als sicher. Daraus ergibt sich die Empfehlung für Erwachsene, tgl. mindestens 1.000 bis 2.000 IE Vitamin D aufzunehmen. Kinder und Jugendliche sollten 500 bis 1000 IE erhalten. Eine zusätzliche Einnahme von Calcium ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht sinnvoll, möglicherweise hat es gesundheitliche Nachteile. Ein Blutspiegel von mind. 30 ng/ml (75 nM) (gemessen wird 25 (OH)-Vitamin D3) ist anzustreben.


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