Salz, der Silent Killer

Spices and Herbs

„Salz ist ein Gewürz, welches die Speisen verdirbt, wenn es ihnen nicht beigegeben wird.“ Diesen Spruch hörten wir schon in unserer Kindheit, wobei es uns aufgrund von an Bluthochdruck Erkrankten in der Familie schon damals bekannt war, dass Salz eher zu reduzieren ist.

Salz ist ein Gewürz. In früheren Zeiten wurde es jedoch wesentlich zur Konservierung von Lebensmitteln, sowohl von Gemüse als auch Fleisch und Fisch genutzt. Dies erübrigt sich im Zeitalter von Kühlschrank und Gefrierschrank.

Zunehmend gewinne ich den Eindruck, dass das heutzutage billige Salz in rauen Mengen genutzt wird, um die Geschmacklosigkeit unseres Essens zu kaschieren, bedingt u. a. durch „Produktionsmethoden in der Landwirtschaft“, neuen Pflanzenzüchtungen und Herstellungsverfahren in der Fabrik. Wann haben Sie zuletzt den vollen, fruchtigen Geschmack einer reifen Tomate genießen können? Hier wird übertüncht, was geschmacklos geworden ist. Zudem wird durch Nahrungsmitteldesigner der Salzgeschmack so eingestellt, dass ein unbewusstes Verlangen danach entsteht. Wie auf der Harvard Homepage beschrieben dient Salz auch dazu, Wasser im Fleisch zu halten, was wir dann mit dem Gewicht teuer bezahlen müssen, und es macht uns durstig, weshalb wir nachfolgend teure Getränke kaufen.

Eine Studienmodell aus 2010 (Bibbins-Domingo K, Chertow GM, Coxson PG, et al. Projected effect of dietary salt reductions on future cardiovascular disease. N Engl J Med. 2010; 362:590-9.) konnte zeigen, dass die Reduktion von Natrium um 1.200 mg  in den USA 120.000 neue Herzerkrankungen verhindern, 92.000 Leben retten und 24 Billionen US-Dollar an Gesundheitsausgaben einsparen würde. Früher ein Segen zum Schutz vor Verderb ist Salz heute zu einem stillen Killer mutiert.

Salz besteht aus Natrium und Chlorid. Auf Packungen findet sich häufig die Angabe Natrium. In den USA werden täglich ca. 3.600 mg Natrium mit der Nahrung aufgenommen. Die USA steht mit diesem hohen Konsum nicht alleine. Z. B. wurde in Japan vor den 1970er Jahren mehr als 10.000 mg tgl. konsumiert. Hauptanteil an diesem Salzkonsum haben vorgefertigte Nahrungsmittel.

Selbst ein scheinbar nicht salziges Produkt wie Kellog´s Cornflakes enthält 500 mg Natrium pro 100 g. Laut Harvard Medical School wirklich sinnvoll aus gesundheitlicher Sicht sind maximal 1.500 mg. In Kellog´s Cornflakes sind somit 1/3 der Tagesration eines Erwachsenen. Hätten Sie das vermutet?

Hoher Salzkonsum wird verantwortlich gemacht für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und seine Folgen, Krebs, insbesondere Magencarcinom, und Osteoporose (Knochenbrüchigkeit durch Calciumverlust). Dies erklärt, warum in Japan das Magencarcinom eines der häufigsten Krebsarten war.

Versuchen Sie daher, Ihren Salzkonsum deutlich zu reduzieren. Essen Sie frische Nahrungsmittel und würzen Sie selbst reichlich mit Kräutern und Gewürzen. Probieren Sie, die Nahrung, die Sie selbst zubereiten, nicht zu salzen. Salzen Sie niemals ein Gericht zusätzlich. Achten Sie beim Einkauf auf den Salzgehalt der Produkte. Fragen Sie die Bedienung im Restaurant oder der Kantine nach salzarmen Gerichten und bitten Sie den Koch, er möge auf Ihr Essen kein zusätzliches Salz geben.

Achten Sie insbesondere auch bei Ihren Kindern darauf, dass sie sich eher salzarm ernähren.


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