Nutzen Sie Erkenntnisse der Chronobiologie für Ihre Gesundheit

Seit den Ursprüngen des Lebens auf der Erde gilt, dass je besser die Anpassungsfähigkeit eines Organismus an seine Umwelt ist, desto höher ist auch die Überlebenswahrscheinlichkeit. Im Laufe der Evolution haben sich daher die Organismen an ihren Lebensraum und die zeitlichen Abläufe „gewöhnt“ und angepasst.

Der Forschungszweig der Chronobiologie lehrt uns, dass der Körper versucht, sich effektiv und effizient auf die jeweilige „Lebenssituation“ vorzubereiten. Höchstleistungen im Sport z. B. bei einem 100 m Sprint können nur dann erbracht werden, wenn sich der Sportler langsam vorbereitet, sich warmläuft, die Nahrungsaufnahme entsprechend anpasst etc.

Sie erleichtern es dem Körper, sich ökonomisch und effektiv auf die in den jeweiligen Lebenssituationen zu bewältigenden Aufgaben einzustellen, wenn Sie einen Tagesrhythmus einhalten, und diesen durchaus auch am Wochenende pflegen.

Der Körper weiß, wann Sie aufstehen, essen, sich bewegen etc. und kann sich auf die jeweilige Situation vorbereiten. Pflegen Sie diesen Rhythmus, so wird sich z. B. der Magen-Darm-Trakt auf die Nahrungsaufnahme vorbereiten, der Puls in der Ruhe nachts sinken und tagsüber steigen. Es wäre wenig effektiv, wenn die Herzrate während des Schlafens sehr hoch ist oder die Verdauung auf Hochtouren läuft, wenn gar keine Nahrung aufgenommen wird.

Die Wissenschaft hat gezeigt, dass Essen, Bewegung und Schlaf Zeitgeber sind, die nicht nur in Schaltzentralen des Gehirns, sondern auch bis ins Erbgut jeder einzelnen Zelle hinein dafür Sorge tragen, dass alles effektiv auf optimale Funktion ausgerichtet ist. Wissenschaftler aus Deutschland haben wesentlich zur Erforschung der Chronobiologie beigetragen, so dass der Begriff “Zeitgeber” auch in der englischen Literatur Einzug gefunden hat.

Gehen Sie daher „immer“ zur selben Zeit schlafen, möglichst zwischen 22:00 und 23:00 Uhr. Stehen Sie nach ca. 7-8 Stunden Schlaf wieder auf (mehr bringt nicht mehr an Erholung). Essen Sie regelmäßig, möglichst zu denselben Zeiten 2-3 x tgl. und machen Sie zwischen den Mahlzeiten ca. 5 Stunden Pause. Halten Sie tgl. zur selben Zeit (ca. 15:00 Uhr) ein Power-nap (5 bis max. 30 Min.).

Sportliche Aktivitäten sind sinnvoller im Verlauf des Tages bis zum frühen Nachmittag. Wenn Sie abends sportlich noch Mal so richtig Gas geben, zeigen Sie Ihrem vegetativen Nervensystem, dass der Tiger, der Ihnen schon tagsüber im Nacken gesessen ist, nun leibhaftig hinter Ihnen her ist. Wie wollen Sie da zur Ruhe kommen und erholt schlafen?

Bookmark and Share
zuletzt bearbeitet am: 30. November 2012 um 19:03.